Ertrags- und Sortenwertprüfung

 

Versuchsjahr: 2014

 

 

Titel der Sortenwertprüfung:

 

Ertrags- und Sortenwertprüfung von Knoblauch-Sorten aus Nachbau

unter voralpinen Klimabedingungen

 

 

Projektleiter:               PALME Wolfgang                           

Telefonnummer:          01 813 59 50/331 e-Mail:  w.palme@gartenbau.at

Projektmitarbeiter:      KUPFER Johann, Streimelweger  Harald, Schweighofer Gerhard

                                Hahn Maria, Kaltenbrunner Maria, Kaufmann Edith

 

Problem und Aufgabenstellung

Im Versuchsjahr 2009/2010 kam in der Versuchsstation ein neues Knoblauchsortiment zum Einsatz. Neue Sorten, vor allem von der spanischen Züchtungsinitiative Planasa (Plantas de Navarra), die mit lokalen Herkünften und In-vitro-Linien arbeitet, kamen auf den Markt.

Werden von diesen virusfreien bzw. virusarmen Sorten jedoch Nachbauten durchgeführt, so vermehren sich die Viren in den Knoblauchpflanzen bzw. werden von Schädlingen durch Saugtätigkeit im Bestand verbreitet. Die Pflanzen reifen vorzeitig ab. Dadurch werden weniger Assimilate eingelagert und die Größe, sowie das Gewicht der Zwiebel nimmt jährlich ab. In vorliegender Ertrags- und Sortenwertprüfung sollte dieser Ertragsrückgang bei diesen aktuellen Sorten für die heimische Produktion getestet werden.

 

Versuchsdurchführung:

 

Auf einer Fläche von 40,0 m² (500 Pflanzen) pro Sorte wurde der Versuch ohne Wiederholung an der Versuchsaußenstelle Zinsenhof angelegt.

 

Pflanzung: 15.10.2013

Standweite: 40 x 20 cm

Ernte: 9.7. bis 11.8.2014

 

 

 

Ergebnisse:

 

Die Ergebnisse der Sortenwertprüfung sind der Tabelle 1 zu entnehmen. Sortenbeschreibungen und –Bilder zur Veranschaulichung sind dem Versuchsbericht 2010, Seite 234 – 241 zu entnehmen.

 

Tab. 1: Ertrags- und Sortenwertprüfung von Knoblauch im konventionellen Anbau (Außenstelle Zinsenhof), Erträge aus Versuchsjahr 2010 und 2014

 

 

Ertrag verkaufsfähiger Ware (Klasse I + II)

Sorte

Dg

 

Stk./ m²

 

Gew./ m²

 

QuS%

 

2010

2014

2010

2014

2010

2014

2014

Garpek

103,3

85,0

9,5

11,3

0,98

0,96

90

Gardacho

98,7

77,5

9,8

11,7

0,96

0,90

93

Garcua

89,4

87,0

10,5

9,8

0,94

0,85

78

Therador

89,6

76,0

11,5

10,5

1,03

0,79

84

Messidor

95,6

84,0

9,6

9,3

0,91

0,78

74

Cledor

97,4

64,5

10,6

12,0

1,03

0,77

96

Flavor

91,6

61,0

11,4

12,2

1,05

0,74

98

Messidrome

92,9

74,2

10,8

10,0

1,01

0,74

80

Vigor

107,1

74,0

9,8

9,8

1,05

0,72

78

Sabadrome

94,5

68,8

10,3

8,8

0,98

0,60

70

Germidor

76,5

62,2

9,5

8,6

0,73

0,53

69

Gardos

48,9

39,4

7,7

9,2

0,38

0,36

73

Durchschnitt

90,5

71,1

10,1

10,3

0,9

0,7

90

 

Der Bestand entwickelte sich gut und gleichmäßig. Es wurde im Sortendurchschnitt mit 10,3 Knoblauch/ m² gegenüber 10,1 Knoblauch/ m² im Jahr 2010 sogar ein geringfügig höherer Ertrag an verkaufsfähigen Zwiebeln (umgangssprachlich Happel oder Knollen) erzielt. Manche Sorten brachten 2014 sogar deutlich mehr verkaufsfähige Zwiebeln als im virusfreien Zustand vor 4 Jahren.

Die Sorten “Baltor“ und “Primor“ wurden wegen besonders starkem Virusbefall im Jahr 2013/14 nicht mehr angebaut.